Mit dem DJI AP100 Parachute steht für die DJI Matrice 400 ein professionelles Fallschirmsystem zur Verfügung, das speziell für sicherheitsrelevante Einsätze mit der M400 entwickelt wurde. Wenn Du die Matrice 400 gewerblich, industriell oder behördlich nutzt, geht es nicht nur um Flugzeit, Nutzlast, Kameraqualität oder Sensorik. Immer wichtiger wird die Frage, wie sicher, planbar und regelkonform ein Drohneneinsatz durchgeführt werden kann.
Der AP100 ist das erste DJI Enterprise Fallschirmsystem für die Matrice 400 und ausschließlich mit diesem Modell kompatibel. Er ist nicht für andere Enterprise-Fluggeräte vorgesehen. Dadurch ist das System exakt auf die M400 abgestimmt und ergänzt die Drohne um eine zusätzliche Sicherheitsebene für professionelle Einsätze.
Im Notfall kann der AP100 automatisch oder manuell ausgelöst werden. Das Fallschirmsystem verlangsamt den Sinkflug der Drohne und kann dabei helfen, Risiken für Menschen, Sachwerte, Fluggerät und Nutzlast zu reduzieren. Besonders relevant ist das bei Flügen in urbanen Bereichen, bei Mapping, Patrouillen, Lieferanwendungen, Infrastrukturprojekten, Fassadenarbeiten oder anderen Einsätzen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen.
DJI AP100 Parachute: kurzer Überblick
Der AP100 wurde als Sicherheitssystem für professionelle M400-Einsätze entwickelt. Er soll in kritischen Flugzuständen helfen, den Absturzverlauf zu kontrollieren und die Drohne durch eine definierte Sicherheitssequenz in einen verlangsamten Sinkflug zu bringen.
Die wichtigsten Merkmale im Überblick:
- speziell entwickelt für die DJI Matrice 400
- automatische und manuelle Auslösung möglich
- integriertes Flight Termination System, kurz FTS
- Motor-Cut-Off zur kontrollierten Flugbeendigung
- Auslösung über Flugauffälligkeiten, Geocaging oder manuell
- Reaktionszeit unter 600 Millisekunden
- stabilisierte Sinkgeschwindigkeit von ≤ 5 m/s
- Mindesthöhe für wirksame Auslösung: 30 Meter
- akustische und visuelle Warnfunktionen
- Schutzklasse IP55
- kompatibel mit C5/C6- und UK5/UK6-Anforderungen
Diese Kombination macht den AP100 zu einer sicherheitsrelevanten Ergänzung für alle, die mit der DJI Matrice 400 nicht nur leistungsfähig, sondern auch professionell abgesichert arbeiten möchten.
Speziell für die DJI Matrice 400 entwickelt
Ein Fallschirmsystem für eine industrielle Drohne muss exakt zur Plattform passen. Gewicht, Montageposition, Stromversorgung, Schnittstellen, Flugsteuerung, Sensorik und Auslösemechanismus müssen zuverlässig miteinander arbeiten. Der AP100 ist deshalb gezielt für die DJI M400 konzipiert.
Das System wird rückseitig an der Matrice 400 montiert. Die feste Halterung beeinträchtigt weder Akku noch Nutzlastinstallation. Gleichzeitig kann die Drohne mit montiertem AP100 weiterhin im originalen Transportkoffer verstaut werden. Für den täglichen Einsatz ist das ein klarer Vorteil, weil die wiederholte Montage und Demontage reduziert wird.
Gerade bei professionellen Einsätzen zählt jede Minute. Wenn Drohne, Nutzlast und Sicherheitssystem schnell einsatzbereit sind, wird der gesamte Workflow effizienter. Der AP100 fügt sich dabei als feste Sicherheitskomponente in das M400-System ein.
Sicherheit für konforme Drohnenflüge
Der DJI AP100 Parachute wurde für Einsätze entwickelt, bei denen Sicherheitsanforderungen und regulatorische Vorgaben eine wichtige Rolle spielen. Genannt werden unter anderem C5/C6 Safety Requirements für die EU, UK5/UK6 Safety Requirements für Großbritannien, MOC 2511 / MOC 2512 Declaration of Compliance sowie F3322 Certification als Performance-Standard für kleine UAS-Fallschirmsysteme.
Im EU-Kontext sind vor allem C5 und C6 relevant. C5 bezieht sich auf Flüge über bevölkerten urbanen Bereichen im VLOS-Betrieb. C6 ist mit BVLOS-Anwendungen verbunden. Ergänzend werden STS-01 urban VLOS und STS-02 BVLOS als Einsatzkontexte genannt.
Für Dich bedeutet das: Der AP100 ersetzt keine Genehmigung und keine professionelle Einsatzplanung. Er kann aber ein wichtiger technischer Baustein sein, wenn Du Drohneneinsätze mit der DJI Matrice 400 sicherer, strukturierter und regulatorisch sauberer vorbereiten möchtest.
Automatische und manuelle Auslösung
Der AP100 unterstützt verschiedene Auslösewege. Das System kann automatisch reagieren, wenn Flugauffälligkeiten erkannt werden. Dazu gehören Anomalien bei Lagewinkel, Geschwindigkeit oder anderen Flugdaten. Zusätzlich kann der Fallschirm über Geocaging ausgelöst werden, wenn definierte Einsatzbereiche verlassen werden.
Neben der automatischen Auslösung ist auch eine manuelle Auslösung möglich. Der Pilot kann das System über App oder FTS-Funktion aktivieren. Diese Kombination aus automatischer Sicherheitslogik und manueller Kontrolle ist besonders wertvoll, weil nicht jede kritische Situation gleich entsteht.
Manchmal erkennt das System eine Anomalie schneller. In anderen Situationen kann der Pilot frühzeitig entscheiden, dass ein kontrollierter Flugabbruch notwendig ist. Der AP100 gibt Dir dadurch mehrere Sicherheitsebenen für professionelle M400-Flüge.
Flight Termination System und Motor-Cut-Off
Der AP100 ist nicht nur ein Fallschirmmodul. Er verfügt über ein integriertes Flight Termination System. Dieses FTS dient dazu, den Flug im Notfall kontrolliert zu beenden. Dazu gehört auch die unabhängige Verbindung zum Motor-Cut-Off.
Das ist bei Drohnen besonders wichtig. Ein Fallschirm allein reicht nicht aus, wenn die Propeller weiterlaufen. Rotierende Propeller können die Entfaltung des Fallschirms stören oder bei der Bergung zusätzliche Risiken verursachen. Der AP100 ist deshalb darauf ausgelegt, im Notfall den Flug abzubrechen, die Motoren zu stoppen und anschließend den Fallschirm auszulösen.
Der Sicherheitsablauf folgt einer klaren Logik: Flugerkennung, Auslösemodus, FTS, Auswurf, Sinkflugverlangsamung, Landung und Bergung.
Schnelle Auslösung durch Gasgenerator
Für den AP100 wird eine Reaktionszeit von unter 600 Millisekunden angegeben. Die Auslösung erfolgt über einen Gasgenerator. Dabei erzeugt ein pyrotechnisches Ausstoßsystem Hochdruckgas, öffnet die Klappe und wirft das Fallschirmpaket aus dem Gehäuse.
Diese aktive Auswurfmethode gilt als besonders schnell und zuverlässig. Im Vergleich zu passiven mechanischen Systemen ist sie nicht darauf angewiesen, dass der Luftwiderstand den Fallschirm aus dem Gehäuse zieht. Das ist vor allem bei kritischen Flugzuständen ein wichtiger Vorteil.
Nach dem Auswurf spannen sich die Leinen, der Fallschirm entfaltet sich und die Matrice 400 geht in einen verlangsamten Sinkflug über.
Mindesthöhe und Sinkgeschwindigkeit
Die Mindesthöhe für eine wirksame Auslösung liegt bei 30 Metern. Diese Höhe ist notwendig, damit sich der Fallschirm vollständig entfalten und den Sinkflug stabil verlangsamen kann. Wird der AP100 unterhalb dieser Höhe ausgelöst, kann es sein, dass der Fallschirm nicht ausreichend Zeit hat, vollständig zu öffnen.
Die technischen Werte im Überblick:
| Bereich | Wert |
|---|---|
| Kompatibles Fluggerät | DJI Matrice 400 |
| System | DJI AP100 Parachute |
| Gewicht | 935 g |
| Mindest-Auslösehöhe | 30 m |
| Stabilisierte Sinkgeschwindigkeit | ≤ 5 m/s |
| Maximales sicheres Abfluggewicht | 15,8 kg |
| Reaktionszeit | < 600 ms |
| Schutzklasse | IP55 |
| Betriebstemperatur | −20 °C bis 50 °C |
| Alarmfunktionen | Buzzer und Lichtalarm |
| Flugzeit-Auswirkung | ca. 6 Minuten |
Die angegebene Mindesthöhe bezieht sich auf definierte Bedingungen ohne Wind, bei 25 °C, unterhalb von 500 Metern Höhe und bei maximalem Abfluggewicht der M400.
Geocaging Deployment für EU-Einsätze
Eine besonders wichtige Funktion für regulierte Einsätze ist das Geocaging Deployment. Dabei wird der Einsatzbereich in verschiedene Zonen unterteilt. Innerhalb der grünen Zone fliegt die Drohne normal. In der gelben Zone ist der Flug weiterhin möglich, allerdings mit Warnungen. Außerhalb des definierten Bereichs kann der Fallschirm beziehungsweise das FTS automatisch ausgelöst werden.
Die Struktur besteht aus Flight Geography, Contingency Volume und Operational Volume. Innerhalb der Flight Geography sind Start, Mission, Flug und Landung erlaubt. Im Contingency Volume werden Start, Landung und intelligente Funktionen eingeschränkt. DJI Pilot 2 und FlightHub 2 geben Warnungen aus. Der Pilot kann die Drohne manuell zurück in den erlaubten Bereich steuern.
Wird das gesamte Operational Volume verlassen, kann automatisch das FTS ausgelöst werden. Für professionelle EU-Einsätze ist das besonders interessant, weil definierte Flugräume technisch abgesichert werden können.
FlightHub 2 Web Remote Deployment
Für EU-Anwendungen wird zusätzlich eine Remote-Auslösung über FlightHub 2 Web beschrieben. Nutzer können das FTS über eine Weboberfläche auslösen. Voraussetzung ist ein DJI Cellular Dongle mit SIM-Karte am Fluggerät sowie eine Internetverbindung von Drohne und Fernsteuerung.
Nach der Installation kann in DJI Pilot 2 über die Flugansicht und den Bereich „About“ die Flight Controller SN sowie ein Verification Code abgerufen werden. Über die Weboberfläche werden diese Daten genutzt, um das FTS remote auszulösen und den Fallschirm zu deployen.
Diese Funktion kann besonders für koordinierte Einsätze, Einsatzleitstellen, Sicherheitskonzepte und professionelle Missionen interessant sein, bei denen mehrere Personen in die Überwachung und Steuerung eingebunden sind.
Selbstcheck über DJI Pilot 2
Der AP100 überwacht ab dem Einschalten der Matrice 400 und während des gesamten Flugbetriebs den Zustand des Systems. Dazu gehören der Gasgenerator und die Kommunikationsverbindungen. Erkennt das System eine Anomalie, werden Echtzeitwarnungen über das Health Management System in DJI Pilot 2 angezeigt.
So können Probleme wie ein Fehler am Fallschirmzünder oder eine Verbindungsstörung frühzeitig erkannt werden. Für professionelle Betreiber ist das ein großer Vorteil, weil der Status des Fallschirmsystems aktiv in das Systemmonitoring der M400 eingebunden ist.
Akustische und visuelle Warnfunktionen
Nach einer Auslösung unterstützt der AP100 die Absicherung am Boden durch Buzzer und Lichtalarm. Diese Warnfunktionen helfen, Personen im Umfeld auf die Situation aufmerksam zu machen und die Drohne nach der Landung schneller zu finden.
Die Alarmfunktionen können nach der Auslösung ungefähr eine Stunde aktiv bleiben. Über eine Taste am System können Audio- und Visual-Alarm nach der Landung gestoppt werden.
Gerade auf Baustellen, in urbanen Bereichen, bei Einsätzen in der Dämmerung oder in unübersichtlichem Gelände kann diese Funktion sehr hilfreich sein.
Wichtige Hinweise zur Nutzung
Vor jedem Einsatz sollte der AP100 sorgfältig geprüft werden. Dabei geht es nicht nur um den Fallschirm selbst, sondern auch um Halterung, Sensorik, Nutzlast und Sicherheitsverbindungen.
Wichtige Punkte vor dem Flug:
- Gehäuse auf Beschädigungen prüfen
- auf Feuchtigkeit oder Wassereintritt achten
- Fallschirm und Halterung sicher befestigen
- Gimbal Safety Tether korrekt montieren
- Nutzlastkombination und Montageposition prüfen
- Hinweise in DJI Pilot 2 beachten
Ein wichtiger Punkt betrifft die Hinderniserkennung der M400. Nach der Montage des Fallschirms passt die Drohne ihre Hinderniserkennungsfunktionen automatisch an. Dabei werden die nach unten und hinten gerichteten mmWave-Radare deaktiviert. Die Fähigkeit, kleine Hindernisse hinter und unter der Drohne zu erkennen, wird dadurch reduziert.
Für Deine Flugplanung bedeutet das: Der AP100 erhöht die Sicherheit in Notfallsituationen, verändert aber bestimmte Sensorfunktionen. Das sollte bei Routen, Umgebung, Flughöhe und Risikobewertung berücksichtigt werden.
Nach der Auslösung nicht weiterverwenden
Ein ausgelöster AP100 darf nicht einfach erneut verwendet werden. Der AP100 ist als Single-Use-Sicherheitssystem ausgelegt. Nach einer Auslösung müssen Fluggerät und Fallschirm zur Prüfung und Wartung an DJI Support gegeben werden. Bis diese Inspektion abgeschlossen ist, sollte die Drohne nicht weiter betrieben werden.
Außerdem sollte das System zur Aufrechterhaltung der Flugsicherheit spätestens drei Jahre nach Aktivierung ersetzt werden, selbst wenn regelmäßige Selbstchecks keine Auffälligkeiten anzeigen.
Wichtig ist auch: Der AP100 soll Schäden an Personen und Eigentum am Boden reduzieren. Er garantiert jedoch nicht, dass Fluggerät und Nutzlast nach einer Fallschirmauslösung unbeschädigt oder weiter nutzbar bleiben.
Auswirkungen auf Flugzeit, 4G und Nutzlast
Die Montage des AP100 wirkt sich auf die Flugzeit der Matrice 400 aus. Der angegebene Einfluss liegt bei etwa sechs Minuten. Gleichzeitig können FTS und 4G Enhanced Transmission parallel genutzt werden, ohne dass eine der beiden Funktionen beeinträchtigt wird.
Die Matrice 400 unterstützt die Installation von zwei DJI Cellular Dongle Units. Wenn nur ein Modul installiert wird, soll es in der markierten Position 4G-1 angebracht werden.
Das maximale sichere Abfluggewicht mit montiertem Fallschirm liegt bei 15,8 kg. Dieses Gesamtgewicht sollte aus Sicherheitsgründen nicht überschritten werden.
Typische Einsatzszenarien für den AP100
Der AP100 ist besonders interessant für Einsatzbereiche, in denen die DJI M400 in komplexen Umgebungen oder mit höheren Sicherheitsanforderungen betrieben wird.
| Einsatzbereich | Typische Anwendung | Mehrwert |
|---|---|---|
| Urban Patrol | Verkehrsmanagement, Event-Sicherheit, Notfallkommunikation | zusätzlicher Sicherheits-Fallback in urbanen Bereichen |
| Mapping | Kartierung und Datenerfassung in komplexer Umgebung | bessere Absicherung professioneller Missionen |
| Delivery | medizinische Transporte, Proben, Dokumente, kleine Liefergüter | Unterstützung einer durchgängigen Sicherheitskette |
| Infrastruktur | Inspektion von Anlagen, Verkehrswegen und technischen Strukturen | Risikoreduktion bei sensiblen Einsatzorten |
| Fassadenreinigung | Arbeiten in städtischen Bereichen und an Gebäuden | zusätzliche Absicherung bei niedrigen urbanen Einsatzprofilen |
Besonders deutlich wird der Nutzen bei urbanen Einsätzen. Eine Kombination aus M400, AP100, H30T, Spotlight und Speaker kann beispielsweise bei Verkehrsmanagement, Event-Sicherheit oder Notfallkommunikation eingesetzt werden. In solchen Szenarien reduziert der AP100 das Risiko für Personen und Eigentum bei irreversiblen Fehlern.
Auch bei Delivery-Anwendungen spielt das Fallschirmsystem eine wichtige Rolle. Beispiele sind medizinische Transporte zwischen Labor und Krankenhaus, Bluttransporte, AEDs, Medikamente, biologische Proben, Wasser- und Ölproben, offizielle Dokumente oder Lieferungen in abgelegene Gebiete. Der AP100 unterstützt dabei den Aufbau einer End-to-End-Sicherheitskette.
FAQ zum DJI AP100 Parachute
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wie stark beeinflusst der AP100 die Flugzeit? | Die Flugzeit wird um etwa 6 Minuten beeinflusst. |
| Können FTS und 4G Enhanced Transmission gleichzeitig genutzt werden? | Ja, beide Funktionen können parallel genutzt werden. |
| Bleiben Drohne und Nutzlast nach einer Auslösung unbeschädigt? | Nein, das wird nicht garantiert. Das System soll vor allem Risiken für Personen und Eigentum am Boden reduzieren. |
| Wie hoch ist das maximale sichere Abfluggewicht? | 15,8 kg mit montiertem Fallschirm. |
| Wie schnell sinkt die Drohne nach der Auslösung? | Die stabilisierte Sinkgeschwindigkeit liegt bei ≤ 5 m/s. |
| Was löst die automatische Fallschirmauslösung aus? | Anomalien bei Lagewinkel, Geschwindigkeit oder anderen Flugdaten sowie definierte Geocaging-Grenzen. |
| Welche Alarmfunktionen gibt es? | Buzzer und Lichtalarm zur Warnung und Ortung nach der Auslösung. |
| Löst der AP100 am Boden aus? | Nein, wenn die Drohne noch nicht gestartet ist, wird der Fallschirm nicht automatisch oder manuell ausgelöst. |
| Wann muss das System ersetzt werden? | Nach einer Auslösung vollständig; außerdem spätestens 3 Jahre nach Aktivierung. |
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